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Anmelden   Trafik 1: Elbina H. 44, Hausfrau

Elbina kommt fast jeden Tag in die Trafik Ecke Vinzenz-Muchitsch-Straße / Hammer-Purgstall-Gasse um Zigaretten der Marke „Meine Sorte“ zu kaufen. Auch wenn sie dringend Dokumente kopieren muss, nutzt sie das Angebot der Trafik, obwohl ihr die Preise für Kopien eigentlich zu hoch erscheinen. Den Trafikbesuch verbindet Elbina oft mit ihrem Weg zum islamischen Glaubensverein in der Nähe des Lendplatzes. Die Buslinie 67 führt direkt von der Haltestelle St. Johannes Pfarre über den Griesplatz zum Lendplatz, von wo aus es nur wenige Schritte zum Glaubensverein sind.

Denggenhofsiedlung / 2000 bis heute
Elbina lebt seit dem Jahr 2000 mit ihrem Mann und den beiden Kindern in der Denggenhofsiedlung, ganz in der Nähe des Sankt-Johannes-Parks, den sie auch gerne aufsucht, um sich mit Freundinnen zu treffen. Die Denggenhofsiedlung wurde in der ersten Hälfte der 1940er Jahre errichtet und Ende der 1990er Jahre renoviert. Elbina und ihre Familie bewohnen dort eine 72 m² Wohnung mit einem kleinen Balkon im Dachgeschoss. Zu Beginn teilten sich die beiden Kinder ein Zimmer, mittlerweile wurde jedoch das Wohnzimmer in ein Zimmer für die Tochter umfunktioniert. Elbina hat gehört, dass die Triestersiedlung einen sehr schlechten Ruf habe. Ab und zu macht sie sich deswegen Sorgen, prinzipiell fühlt sie sich in der Gegend aber sehr wohl. Besonders gefällt ihr, dass es viele Parks und Grünflächen in der Nähe gibt, ganz anders als bei ihrer vorherigen Wohnstation.

Lazarettgasse / 1995 bis 2000
Elbina und ihr Mann zogen 1995 nach Graz, wo Elbina eine Anstellung als Putzfrau bei einer großen Reinigungsfirma fand, während ihr Mann bei einer Zimmerei zu arbeiten begann. In dieser Zeit bekam Elbina die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen, worauf sie sehr stolz ist. Die beiden fanden im Grazer Bezirk Gries eine 50 m² große Innenhofwohnung in der Lazarettgasse. Nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 1997 und der Tochter zwei Jahre später wurde die Wohnung für die Familie zu klein. Elbina und ihr Mann beschlossen, eine größere Wohnung zu suchen, gleichzeitig gab Elbina ihre Anstellung als Putzfrau auf, um für die Kinder sorgen zu können.

Mürzzuschlag / 1993 bis 1995
Nach ihrer Ankunft in Österreich im Jahr 1993 lebte das Paar in einer Flüchtlingseinrichtung in einem ehemaligen Gasthof in Mürzzuschlag. Dort warteten die beiden auf den positiven Ausgang ihres Asylverfahrens.

Sarajevo / 1966 bis 1992
Elbina wuchs in Sarajevo auf, im Stadtteil Novi Grad. Sie studierte dort Kunstgeschichte. Aufgrund des jugoslawischen Bürgerkrieges musste sie ihr Studium jedoch abbrechen. 1993 gelang Elbina und ihrem Mann durch den „Sarajevo Tunnel“ die Flucht aus der belagerten Stadt.

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